Re-Reads ja oder nein? | Buchgedanken

Grafik mit Schrift: Re-Reads ja oder nein? Buch und Sonnenbrille

Bücher mehrfach lesen: An dieser Frage scheiden sich ja oft die Geister. Wie so oft, gibt es bei der Frage nach Re-Reads – also dem mehrmaligen Lesen von Büchern – (mindestens) zwei Seiten der Medaille. Genau diesen möchte ich in diesem Beitrag mal etwas näher auf den Grund gehen.

Re-Reads: Lese ich Bücher mehrmals?

Um eines direkt vorweg zu nehmen: Ja, ich lese Bücher mehrmals. Und das meistens auch mit großer Begeisterung. So gibt es einige Reihen, die ich bereits mehrfach gelesen habe und die ich immer genauso liebe wie beim ersten Lesen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist natürlich die Harry-Potter-Reihe, doch auch die „Chroniken der Unterwelt“ („Mortal Instruments“) habe ich mehr als einmal verschlungen. Ebenso zählt „The Raven Cycle“ von Maggie Stiefvater zu den Reihen, die ich immer wieder gern zur Hand nehme.

Andererseits gibt es auch Reihen oder Standalone-Bücher, bei denen ich mich bisher noch nicht an einen Re-Read herangetraut habe. Die Antwort auf die Frage „Warum nicht?“ ist dabei ganz einfach: Die Angst vor dem Re-Read. Was ist, wenn mir das Buch plötzlich nicht mehr gefällt? Oder ich es in meinen Erinnerungen viel besser zurückbehalten habe, als es tatsächlich war? Genau mit dem Thema beschäftige ich mich in einem eigenen Beitrag, der in Kürze hier auf dem Blog erscheinen wird. Stay tuned! Bis dahin schaut auch gern einmal bei meiner Re-Read-Challenge für dieses Jahr vorbei. Dort zeige ich euch einige Bücher, die ich dieses Jahr noch mal lesen möchte.

Bücher mehrfach lesen: Vor- und Nachteile

Also: Re-Read ja oder nein? Das ist in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks. Während einige Leser Bücher nur einmal lesen und dann entweder ins Regal stellen oder das Buch an andere Leser weitergeben, gibt es auch diejenigen, die das gleiche Buch immer und wieder lesen und in die Geschichte abtauchen.

Gute Argumente gibt es sicher für beide Seiten, wobei Lesen ja in erster Linie Spaß machen soll. Ob man den bei einem neuen Buch oder in einer bereits bekannten Geschichte findet, ist dabei eigentlich völlig egal. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle versuchen, einige Vor- und Nachteile für beide Seiten zu finden.

Die Vorteile des Re-Reads

Eines der wichtigsten Argumente für einen Re-Read ist auf jeden Fall die Möglichkeit, noch mal in Lieblingsgeschichten einzutauchen und geliebte Buchcharaktere wieder zu treffen. So hat doch eigentlich jeder Leser mindestens ein Buch, bei dem man so in die Geschichte investiert war, dass man nach deren Beenden am liebsten jedem das Buch in die Hand drücken würde. Oft sind das Geschichten, die einen in irgendeiner Art und Weise prägen oder berühren, oder die man eben zu genau der richtigen Zeit gelesen hat. Was spricht also dagegen, diese Geschichte noch mal (und noch mal, und noch mal …) zu lesen?

Außerdem kann ein Re-Read dabei helfen, aus einer Leseflaute herauszukommen. Wenn man über Wochen immer wieder ein neues Buch anfängt, ohne dass es einen wirklich packt, man aber gern lesen möchte, kann es helfen, sich einfach in eine Geschichte zurückzuziehen, die man bereits kennt. Ich nutze bei solchen Situationen zum Beispiel gern die Harry-Potter-Bücher, um mich wieder ans Lesen zu bekommen.

Gerade, wenn ich mit meinen Gedanken überall bin und es mir schwerfällt, mich auf ein Buch zu konzentrieren, hilft es mir, einer bekannten Story und bekannten Figuren zu folgen. Hier ist es auch okay, wenn ich mal eine halbe Seite lese, ohne etwas vom Inhalt aufzunehmen – ich weiß ja bereits, was passiert und werde nicht zehn Seiten weiter vollkommen verwirrt sein, weil ich essenzielle Informationen verpasst habe.

Re-Reads: Was sind die Nachteile?

Einerseits erscheinen Jahr für Jahr Unmengen an neuen Büchern, und wenn man ehrlich ist, weiß man, dass man sowieso nicht alle Bücher, die man gern lesen würde, in einem Leben lesen wird. Wozu dann also noch die Zeit mit Büchern verschwenden, die man bereits kennt? So oder ähnlich könnte ein Argument lauten, das gegen das mehrmalige Lesen von Büchern spricht.

Ein weiteres Argument ist auch hier die oben bereits angesprochene Angst vor dem Re-Read. Bücher, die man vor 1, 2, 5, 10 Jahren gelesen hat, wird man jetzt sicher anders lesen und bewerten als zum Zeitpunkt des erstmaligen Lesens. Dafür entwickelt man sich ja selbst als Mensch und als Leser weiter – das ist vollkommen normal.

Fazit: Re-Reads ja oder nein?

Ich bin ein „Bücher mehrfach lesen“-Leser. Ich mag es, bekannte Geschichte noch mal zu genießen, Lieblingsfiguren noch mal durch ihre Story zu begleiten und einfach in vertraute Welten abzutauchen. Für mich gehört ein gelegentlicher Re-Read deshalb mittlerweile fest zu meinen Lesegewohnheiten.

Trotzdem mag ich es natürlich auch, neue Geschichten zu entdecken und neue Welten kennenzulernen. Daher verstehe ich auch diejenigen, die – mit welcher Begründung auch immer – davon absehen, Bücher mehrmals zu lesen. Das Gute am Lesen ist ja, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, welche Art von Büchern man mag.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

Beitragsbild: pixabay.com/Nietjuh (bearbeitet)

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